Finnlandreise Teil 4 – Sepänmäki

Im Museumsdorf Sepänmäki wird das Leben im ländlichen Finnland des 18. und 19. Jahrhundert spannend und anschaulich erfahrbar. Das Handwerksmuseum, das von Helsinki etwa eine Stunde Autofahrt entfernt liegt, verfügt über eine Sammlung von über 8.000 handwerklichen Gegenständen. Die Werkstätten der verschiedenen Berufsgruppen sind in den ursprünglichen Wohnhäusern untergebracht. Nur für ein paar abgerissene Hütten wurden ähnliche Gebäude errichtet. Zwischen den Hütten schlängeln sich Wege, und in den Hofbereichen wachsen traditionelle Zier- und Nutzpflanzen, wodurch das Dorf sehr lebensecht erscheint.

Der Schmied war der angesehenste Handwerker der Dorfgemeinschaft. An zweiter Stelle kam der Dorfschneider. Ebenso wie der Dorfschuster, der die Schuhe herstellte, konnten Schneider zu Beginn des 19. Jahrhunderts Lesen und Schreiben, was damals als sehr gebildet galt.

Neben weiteren Handwerkern wie Tischler, Weber, Spitzenklöpplerinnen und einem Müller, lebte in Sepänmäki auch ein Volksheiler, der Aderlass, Blutstillung und die Herstellung von Heilmitteln aus Wildpflanzen beherrschte.

Mit der Verbreitung industriell hergestellte Gebrauchsgegenstände verlor das Handwerkerdorf in den 1920er Jahren an Bedeutung. Der letzte Bewohner, ein Schmied, starb in den 1950er Jahren. Nach seinem Tod wurde es auf dem Hügel für einige Jahrzehnte still, bevor das Dorf zum Museumsgelände umgestaltet wurde.

Im Sommer finden im Mueseumsdorf Handwerksvorführungen,ein Bauernmarkt und viele andere Veranstaltungen statt. Adresse des Museumsdorfs: Sepänmäki 10, 04680 Hirvihaara