Helsinki Hauptbahnhof

Verkehrsknotenpunkt und Kunstwerk zugleich

Helsinki Bahnhof Steinmänner

Wer mit dem Zug nach Helsinki kommt, landet an einem der wichtigsten Wahrzeichen der Stadt. Der Hauptbahnhof ist nicht nur architektonisch beeindruckend, auch seine Entstehungsgeschichte ist außergewöhnlich. Die Stelle, an der er heute steht, lag einst im Meer. Noch bis ins 19. Jahrhundert befand sich dort ein schlammiger, stinkender Morast. Erst 1830 grub man für Gleise und einen ersten Bahnhof Gräben in den Sumpf. Das Wasser wurde mit Windkraft abgepumpt, anschließend das Gelände mit unzähligen Pferdewagenladungen Sand aufgefüllt und eingeebnet. Der erste Bahnhof war jedoch bald zu klein. Deshalb wurde 1904 ein Architekturwettbewerb für einen Neubau ausgeschrieben.

Den Wettbewerb gewann der Architekt Eliel Saarinen – doch sein Entwurf stieß zunächst auf Widerstand. Saarinen plante ein verschnörkeltes Bauwerk im mittelalterlichen Stil mit Türmen und acht großen Bärenstatuen. Seine Kollegen waren jedoch der Meinung, ein Bahnhof müsse die Neuzeit und nicht das Mittelalter repräsentieren. In der Zeitung erschienen sogar Cartoons, in denen die Bärenfiguren von ihren Sockeln sprangen, um Menschen zu jagen. Saarinen überarbeitete seinen Entwurf daraufhin grundlegend. Er strich die meisten Verzierungen und entschied sich für einen klaren, modernen Stil. Der Bau dauerte 15 Jahre. Am 5. März 1919 wurde der neue Bahnhof schließlich eingeweiht.